Bilder zu verkaufen, für zehn Cent!



Zwei Kinder stehen verkleidet in einer Hofeinfahrt am Strassenrand. Als ich mit dem Fahrrad vorbei fahre, ruft das eine ganz laut: „Bilder zu verkaufen, für zehn Cent!“ Das ist zu laut, um vorbei zu fahren. Ich drehe um, um mir anzuschauen was es da gibt. Die Kinder haben einen Tisch aufgebaut, auf dem sie mit Wachsmalfarbe bunte Faschingsmasken auf Papier malen. Eine ist gerade fertig geworden. „Guten Tag!“ „Guten Tag!“ „Ich möchte mir die Bilder gerne anschauen.“ Die Kinder zeigen mir ihre Bilder, damit ich aussuchen kann. „Sind die alle von euch heute gemalt worden?“ „Ja, sie können auch mehr nehmen!“ Das eben Fertiggestellte gefällt mir am besten. Schon etwas müde vom Tag sehe eine venezianische Maske in orange mit zwei lila Augen unter hellgrünen Augenbrauen, einer gelben Seite zum türkisfarbenem Haltestab und einer roten Blume, unten an einer blauen Feder, auf der anderen Seite. Sie liegt auf dunkelgrünem Gras am Rand von einem braunen Sandkasten zwischen bunten Bändern. „Das gefällt mir sehr gut, das möchte ich gerne haben.“ „Das kostet zehn Cent.“ In meinem Geldbeutel finde ich zwei zehn Cent Stücke. „Das ist zwar ungewöhnlich, aber ich kaufe euch das Bild für zwei mal zehn Cent ab, dann könnt ihr leichter teilen.“ „Die Leute von gegenüber haben uns ein Bild sogar für einen oder zwei Euro abgekauft.“ „Das ist großzügig, ich bleibe bei den zwanzig Cent. „Zehn Cent wären auch in Ordnung.“  Zu Hause hänge ich das Kunstwerk zwischen meine eigenen Poster und freue mich über den Platz von dem schönen Bild in meinem zu Hause. Die Unterschrift ist oben links, es ist echt.



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